Bücherschrank „Team Fichte“

Kleinserie, Fichte geölt

Der Entwurf greift Linien und Höhen einer angrenzenden Möblierung wie z.B. des Lesestuhls oder „Der Sitzbank“ auf. Zudem ist das Möbel in einen geschlossenen und in einen offenen Bereiche unterteilt. Hinter der Drehtür und in den Schubläden können Objekte verstaut und auf den Ablagen, die sich zum Raum hin öffnen und somit Leichtigkeit implizieren, präsentiert werden.

TeamFICHTE

Es war an der Zeit, sich zu lösen, sich ein Stück weit zu befreien von all den Möglichkeiten und Angeboten, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es entstand die Idee einer kleinen Serie an Möbeln, die vor allem das Handwerk des Tischlers in den Mittelpunkt stellt und die Fichte als Material im Möbelbau rekultiviert.

Das Material: Die unterschätzte FICHTE
Die Massivholzmöbel wurden im Stil des Bretterbaus konstruiert. Diese Bauart erfordert im Vergleich eine große Menge an Material. Da es in unserer Region einen großen Bestand an Fichtenholz gibt, ist es für uns das gegebene Holz für diese Art der Verarbeitung.

Im konstruktiven Holzbau omnipräsent, wird die Fichte im Möbelbau leider selten verwendet. Ihr sollte wieder jener Platz eingeräumt werden, der ihr gebührt. Im Farbklang ruhig wirkt sie im Raum auf den Menschen unaufdringlich. Ein materialgerechter Umgang unterstreicht ihre schlichte und natürliche Ausstrahlung.

In der Vergangenheit wurde versucht, durch dunkle Färbungen ein edleres Holz vorzutäuschen. Im Gebrauch wurden die Möbel dann sehr schnell zerschlissen, da durch die Abnützung das hellere Naturholz wieder zum Vorschein kam. Wird die Fichte hingegen in ihrer Natürlichkeit belassen und bei der Oberflächenbehandlung darauf geachtet, ihren Charakter zu unterstreichen, erhält das Holz einen Echtheitswert, der sich mit der Zeit immer mehr erhöht.

Ein Möbel, das dieses Holz schlicht und unverfälscht zeigt, und an dem man noch die wirkende Hand des Menschen spürt, wird letzten Endes zu etwas Vererbbarem.

Die Gestaltung
Kriterien wie Funktion, Zweckmäßigkeit und Alltagstauglichkeit wurden anfänglich definiert und sind Basis für die Gestaltung. Der in Form gebrachte Entwurf berücksichtigt außerdem das Material und die ihm innewohnenden Kräfte. So hat das „Arbeiten des Holzes“ und die daraus resultierenden Verbindungen wie die Zinke, der Schwalbenschwanz oder der Grat Einfluss auf das charakteristische Aussehen der Massivholzmöbel. Der Widerstand gegen Rustikalität und sinnleere Form war ebenfalls ein Grundsatz der Gestaltung wie auch der Anspruch, dass die einzelnen Möbelstücke dem Nutzer auf einer sinnlichen und haptischen Ebene begegnen.

Die besten Möbel entstehen in Kooperation.
DI Daniel Carsten Steger, BSc
Tischlermeister
DI BM Markus Steger
Tischler